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Ausbildung

Ordensleben für Einsteiger - Unsere Ausbildung

Kontaktadresse:

Pater Klemens Nodewald
Ausbildungskommunität der Redemptoristen
Matthias-Ehrenfried-Straße 2
97074 Würzburg

Tel.: +49 931 79656-0

E-Mail:
Auch heute gibt es sie: die Einsteiger, die neu in unserer Ordensgemeinschaft beginnen, Redemptorist werden wollen und in Zukunft mit uns leben und arbeiten möchten. Sie kommen zu uns Redemptoristen, weil sie uns als engagierte Seelsorger und überzeugende Ordensleute kennenglernt haben. Sie wollen mit uns vielen Menschen durch zeitgemäße Seelsorge unseren Glauben nahebringen und für den Glauben werben. Es sind Menschen, die bereit sind, als Ordensleute anders zu leben, als "man das so normal tut". Die aus dem "normalen Werdegang" aussteigen, um ganz für die Sache Jesu zu leben. Die ins Kloster gehen um die gute Nachricht von der Liebe Gottes, die uns Menschen erlöst hat, weiterzusagen und weiterzugeben. Uns ist die Ausbildung unserer jungen Leute wichtig. Daher investieren wir in eine gute Ausbildung.

Welche Vorstellungen verbindet der Orden mit seiner Ausbildung

Unser Ziel ist es, dass die jungen Leute, die zu uns kommen und bei uns die Ausbildung beginnen, eine gute religiöse, wissenschaftliche und menschliche Bildung und Ausbildung bekommen. Durch die religiöse Ausbildung sollen sie befähigt werden, tiefer in unseren christlichen Glauben hineinzuwachsen. Sie sollen lernen, in einer religiösen Gemeinschaft zu leben und als Mensch zu reifen. Sie sollen befähigt werden, in der heutigen Zeit qualifiziert seelsorglich zu handeln. Also: eine ganze Menge von Zielen, die gar nicht so leicht zu erreichen sind. Uns erscheint es daher wichtig, daß die Ausbildungszeit intensiv genutzt wird und auf die Interessen und Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt wird.
Wichtig ist es uns auch, daß jeder junge Mann in der Zeit der Ausbildung zu einer verantwortlichen, ehrlichen und persönlichen Entscheidung im Hinblick auf seinen Lebensweg kommt. Dies heißt für uns konkret, daß während der Ausbildung, bis zur Profeß auf Lebenszeit, immer wieder Leute aufhören können, wenn sie erkennen, daß dieser Lebensweg nicht das richtige für sie ist. Umgekehrt können auch wir als Ordensgemeinschaft entscheiden, ob wir jemand für unser Leben geeignet halten oder nicht. Für uns ist diese beiderseitige Freiheit eine wichtige Rahmenbedingung unseres Ausbildungsgangs.
Das Mindestalter für einen Ausbildungsbeginn beträgt 20 Jahre.


Zwei Wege der Ausbildung: Ordensbruder und Ordenspriester

Zu den Redemptoristen gehören Ordensmänner, die Brüder oder Priester sind. Die gemeinsame Tätigkeit und das gemeinsame Leben in der Ordensgemeinschaft sind das entscheidende. Beide Gruppen arbeiten auf ihre Art für unser Ordensziel, die Verkündigung der frohen Botschaft an die Armen. Sie unterscheiden sich durch die Ausbildung und den Tätigkeitsbereich:

Redemptorist als Ordensbruder

Ordensbruder im Dienst der Gemeinschaft
Die Ordensbrüder sind in unserer Gemeinschaft in vielfältigen Bereichen tätig. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist dabei die Mindestvoraussetzung. Aus der Berufsausbildung und den im Rahmen unserer Ausbildung hinzukommenden Qualifikationen ergeben sich die Einsatzbereiche. Tätigkeiten in unseren Häusern als Hausmeister, Koch, Schreiner, Gärtner, in der Verwaltung oder der Altenpflege sind nur einige der vorhandenen oder möglichen Bereiche in unserer Gemeinschaft.
Tätigkeiten außerhalb der Häuser sind ebenso möglich, wie eine volle pastorale Tätigkeit als Sozialarbeiter oder Gemeindereferent.

Redemptorist als Ordenspriester
Die große Mehrheit ist in unserer Gemeinschaft als Ordenspriester tätig. Die Voraussetzung für diesen Ausbildungsgang ist die allgemeine Hochschulreife. Die Tätigkeit erfolgt nach dem Ausbildungsende in der verschiedenen Arbeitsbereichen und Projekten der Region.
Es sind Aufbau- oder Spezialstudien möglich. Eine ständige, die seelsorgliche Tätigkeit begleitende Weiterbildung ist uns ein wichtiges Anliegen.


Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung gliedert sich in verschiedene Phasen:

Kontakt
Auf dem Weg zum Redemptoristen ist ein längerer Kontakt zu uns die erste Phase. Entweder hat sich ein solcher Kontakt von selbst ergeben oder wir vermitteln einen Kontakt zu einer unserer Kommunitäten. Der erste Kontakt dient dem näheren gegenseitigen Kennenlernen. Hier kann ganz konkret und alltäglich erfahren werden, wie wir Redemptoristen leben, was und wie wir arbeiten und wie wir unseren Glauben leben. Auf Wunsch bieten wir auch geistliche Begleitung an. Eine Möglichkeit zu einem zeitliche begrenzten, intensiven Kontakt bietet das Projekt "Integrierte Kommunität" in Kirchhellen (siehe Rubrik "Projekte"). Für junge Erwachsene bieten wir auf Anfrage auch Praktikumsmöglichkeiten im Ausland.

Kandidatur
Ist ein junger Mann nach dem ersten Kennen lernen entschlossen, Ordenskandidat zu werden, beginnt er seinen Weg in Würzburg in der Ausbildungskommunität (Siehe Rubrik "Klöster"). Die Kandidaten, die Priester werden wollen, beginnen das Theologiestudium an der Universität Würzburg. Für die Brüderkandidaten werden Ausbildungswege und -ziele individuell besprochen. Die Kandidatur dauert mindestens ein, in der Regel aber zwei Jahre.

Noviziat
An die Kandidatur schließt sich das Noviziatsjahr an. Es ist ein intensives Jahr der Probe und des näheren Kennenlernens, das den in der Kandidatur begonnenen Weg fortsetzt und vertieft. Das Noviziat hat in unserem Ausbildungsgang einen neuen Stellenwert bekommen, denn früher war es der Beginn der Ordensausbildung. Da jedoch im Noviziat die erste echte Entscheidung für das Ordensleben fällt, trat es zu Gunsten einer ersten Phase des Kennenlernens an zweite Stelle. Für die, die in dieser Zeit zu der Überzeugung gekommen sind, daß sie in unserer Gemeinschaft leben und arbeiten wollen, endet das Noviziat mit der Profeßfeier und den Ordensgelübden auf Zeit.

Einkleidungsfeier im internationalen Noviziat in USA
Das Noviziat soll gerade heute eine Zeit sein, in der der Glaube und die Person des einzelnen Novizen wachsen können und er wichtige Impulse für sein Ordensleben erhält. Es soll ein Ort sein, an dem unser Ordensprofil und unsere Traditionen deutlich und lebendig werden und außerdem erfahrbar wird, daß wir eine weltweite Gemeinschaft mit Vergangenheit und Zukunft sind. Es soll die Gelegenheit sein, daß jeder Novize sich in puncto Unterricht, persönliche Spiritualität, Gemeinschaftsleben, Liturgie, pastoraler und sozialer Dienst erlebt und so deutlich spüren kann, ob er für die Anforderungen, die ein Seelsorgsorden stellt, gewachsen ist. Es soll aber auch Raum genug sein für das persönliche Nachdenken, die Stille, für Hobbys und persönliche Beschäftigung und natürlich für die individuelle Entscheidungsfindung. Dies alles in dem einen Jahr unterzubringen ist gewiß nicht leicht und eine Gratwanderung. Ich habe den Eindruck, daß wir als Noviziatsleitung aus alledem eine gute und anregende Mischung gemacht haben. Eine deutliche Veränderung ist es, daß durch die neue Ausbildungsordnung die Sozialpraktika und einige pastoralpsychologische Ausbildungsinhalte hinzugekommen sind. So verschiedenen Themenfelder wie "Ordensleben nach dem II. Vatikanischen Konzil"; "Die Gelübde: Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam", "Einführung in die Psychologie für Theologen", "Ordensgeschichte", "Wenn Kinder dem Tod begegnen", "Redemptoristische Spiritualität", "Zur Theologie der Erlösung" oder "Seelsorge in sozialen Brennpunkten" zeigen die ganze Bandbreite des Ausbildungsprogramms. Wir greifen in dieser Konzeption auf verschiedene Ausbilderinnen und Ausbilder zurück, um das Programm in dieser Breite qualifiziert zu ermöglichen. Das internationale Noviziat wird ab Juli 2010 nach Toronto(Kanada) verlegt.

Studentat - Juniorat
Nach dem Noviziat wird in der dreijährigen Phase der zeitlichen Profess, dem so genannten "Juniorat", die Ausbildung in Würzburg fortgesetzt. Das bedeutet sowohl die Beendigung von Studium bzw. Berufsausbildung, als auch die Fortsetzung der spirituellen und seelsorglichen Ausbildung. Eine Studien- oder Praktikumszeit im fremdsprachigen Ausland ist erwünscht. Ein wichtiger Bestandteil auch in diesem Ausbildungsabschnitt sind die Praktika. Wir versuchen, im Sinne unseres Profils als Seelsorgsorden eine Verbindung von akademischer Ausbildung und Praxiselementen zu erreichen, um so schon jetzt ein Interesse an der Seelsorge zu wecken und/oder zu vertiefen. Insgesamt dauert das Studium, das mit dem Diplom der Theologie abschließt, etwa fünf Jahre. An die Profess auf Lebenszeit schließt sich die Diakonenweihe und das Pastoraljahr an. Abschließend folgt die Priesterweihe und ein Praxisjahr in einem Arbeitsbereich der Ordensregion.

Unser Ergänzugskurrikulum
Um neben dem Studium der Theologie die nötigen Grundlagen für ein zeitgemäße Seelsorgsarbeit zu legen, ergänzen wir die Veranstaltungen der Universität um humanwissenschaftliche Studienanteile (Einführung in die Psychologie, Entwicklungspsychologie, pastoralpsychologische Praxiskurse) sowie Studienanteile, die unserer moral- und pastoraltheologischen Tradition entstammen (Bioethik, Moralgeschichte u.a.). Wir legen Wert auf eine zusätzliche jährliche Studienwoche in der theologische, spirituelle und praxisbezogene Themen in qualifizierter Form dargeboten werden.

Pastorale Aus- und Weiterbildung
In der Zeit nach dem Ende der ersten Ausbildung liegt eine weitere Phase der Aus- und Weiterbildung. Diese widmet sich in erster Linie der konkreten Weiterentwicklung im Hinblick auf eine pastorale Befähigung und Qualifikation. Die in der Praxis gemachten Erfahrungen werden in diesem Ausbildungsabschnitt reflektiert und durch ergänzende Weiterbildungen vertieft. In dieser Phase können sich bei talentierten Mitbrüdern Aufbau- und Spezialstudien anschließen.
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